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Gute Fragen - Gute Antworten für Lehrer

Die abgebenden Schulen stehen immer vor der großen Herausforderung, ihre Schüler bei der Planung für "die Zeit nach der Klasse 10" zu unterstützen und zu beraten. Gerade das Angebot der Berufskollegs ist so vielfältig, dass es oft schwierig ist, den Überblick zu bewahren. Im Folgenden möchten wir versuchen, einige Schwerpunkte und Anforderungen unseres beruflichen Gymnasiums herauszuarbeiten, in der Hoffnung, Ihnen damit eine kleine zusätzliche Hilfe zur Beratung Ihrer Schüler an die Hand zu geben.

Alte Fächer - Neue Fächer

Beim Wechsel in ein berufliches Gymnasium werden die Schüler zahlreiche neue Fächer bekommen, die sie in dieser Form vorher nicht gehabt haben. In diesen Fächern starten alle Schüler "bei 0", es werden normalerweise keine Vorkenntnisse erwartet. Dazu gehören insbesondere die technischen Fächer wie Elektrotechnik, Datenbanken, Informatik, Netzwerktechnik usw. In diesen Fächern kommt es vor allem auf die Leistungsbereitschaft und den Willen der Schüler an, die Inhalte von Anfang an mit Interesse zu lernen. In den technischen Fächern ist dabei besonders das praktische Arbeiten in der Schule aber auch zu Hause wichtig, z.B. beim Erstellen von Datenbanken, bei der Programmierung, bei der Konfiguration von Betriebssystemen usw.

Es gibt aber auch einige wenige Fächer, welche die Schüler in der Sek. I schon in der einen oder anderen Form gehabt haben, die sich aber bei uns in Inhalt und Ausgestaltung deutlich unterscheiden. Dazu gehört bspw. das Fach Informatik. Durch die integrierte Berufsausbildung orientiert sich das Fach Informatik bei uns stark and den Bedürfnissen der Industrie und den industriell eingesetzten Werkzeugen und Techniken. Manchmal haben dadurch auch Schüler, die vorher gute Leistungen im Programmieren gezeigt haben, Startschwierigkeiten.

Der häufig problematischste Bereich umfasst die Fächer, die es in der Sek. I schon gab und deren Stoff beim Übergang in die Sek. II als bekannt vorausgesetzt wird. Hier treffen unterschiedliche Schulformen mit ihren unterschiedlichen Konzepten und Ansprüchen aufeinander, die einfach manchmal nicht 100% zusammenpassen. Von besonderem Interesse sind hierbei die typischen Hauptfächer Deutsch, Englisch und Mathematik, da diese bei den meisten höheren Schulabschlüssen in irgendeiner Form als Prüfungsfächer auftauchen. Stellvertretend folgen hier ein paar Beobachtungen zum Fach Mathematik:

Mathematik

Das Fach Mathematik stellt viele Schüler vor Probleme. Mit einem Leistungskurs in der gymnasialen Oberstufe steigt nicht nur die wöchentliche Anzahl an Stunden, sondern es steigen auch die Anforderungen in Bereichen, die vorher nicht in diesem Maße ausgeprägt waren, z.B. formal korrektes Dokumentieren von Lösungen, strukturierte Darstellung von Lösungen, Erarbeiten und Verstehen von mathematischen Texten.

Darüber hinaus sind die Lernstände der Schüler nach der 10. Klasse aus den unterschiedlichsten Gründen (krankheitsbedingte Ausfälle, unterschiedliche Lernkonzepte, Probleme im persönlichen Werdegang der Schüler o.ä.) unterschiedlich. Dabei fallen uns immer wieder Probleme in grundlegenden mathematischen Fertigkeiten auf, welche in der Sek. II als bekannt vorausgesetzt werden und auf die unmittelbar zurückgegriffen wird, z.B.

  • Bruchrechnung
  • Potenzrechnung
  • Rechnen mit Variablen
  • Umformen von Termen (mit und ohne Klammern)
  • Lösen von Gleichungen 1. und 2. Grades

Um den Schülern die Möglichkeit zu geben, einen vergleichbaren Lernstand zu erreichen, wiederholen wir zu Beginn der Klasse 11 diese zentralen Themen und behandeln diese auch schwerpunktmäßig in der ersten Klausur. Dabei ist es während dieser Angleichungsphase natürlich, dass die Schüler sehr unterschiedlich schnell Fortschritte erzielen und auch sehr unterschiedlichen Lernaufwand betreiben müssen. Um sich den Einstieg zu erleichtern, sollten die Schüler, die in eine Sek. II wechseln möglichst schon vor dem Schulbeginn die oben genannten Themen wiederholen.

Worauf achten wir bei den Beratungsgesprächen?

Da wir in den seltensten Fällen den Werdegang der Schüler kennen, sind die bisherigen Zeugnisse ein wichtiger Gradmesser für uns. Von besonderem Interesse sind dabei die Noten in den Hauptfächern (Mathematik, Deutsch, Englisch) sowie die Noten in naturwissenschaftlichen Fächern. Durch die Prägung unseres beruflichen Gymnasiums ist normalerweise in Mathematik eine Leistung, die nicht wenigstens befriedigend ist, ein Indikator für spätere Schwierigkeiten in der Sek. II. Auch in den beiden Fächern Englisch und Deutsch sollte in mindestens einem Fach eine befriedigende Leistung erbracht worden sein, da Englisch oder Deutsch als 3. Prüfungsfach der Abiturprüfung gewählt werden muss.

Darüber hinaus legen wir besonderes Augenmerk auf die Fehlzeitensituation und die Kopfnoten. Wie in allen Sek. II-Schulformen, in denen ein höherer Schulabschluss angestrebt wird, ist der Zeitaufwand, der für die Schule aufgebracht werden muss, signifikant höher als zuvor. Die Erfahrung zeigt, dass Fehlzeiten und unzuverlässiges Arbeiten, bspw. bei Hausaufgaben, schnell dazu führen, dass die Schüler den Anschluss verpassen und das Ausbildungsziel nicht erreichen. Indizieren Fehlzeiten und/oder Kopfnoten Probleme in diesen Bereichen, spricht das in den meisten Fällen gegen den Besuch einer Klasse, die zum Abitur oder zum Fachabitur führen soll.

Da die Schüler parallel eine Berufsausbildung durchlaufen, legen wir auf Eigenschaften wie Pünktlichkeit, regelmäßiges Erscheinen und zuverlässiges Arbeiten hohen Wert und verfolgen die Entwicklung des Schülers in dieser Beziehung konsequent nach. Die genannten Eigenschaften sind nicht nur Vorausetzung für das Erreichen der Ausbildungsziele, sondern auch unabdingbar für das spätere Berufsleben.

Aller Anfang ist schwer...

Neben den oben beschriebenen Problemen fallen uns insbesondere zwei Bereiche auf, welche die Schüler in der Sek. II vor neue Probleme stellen:

  • Den Schülern fehlt häufig die Methodik und oft auch der Wille zu einem Zeitmanagement, das auf den höheren Arbeitsaufwand in der Sek. 2 zugeschnitten ist.
  • Den Schülern fehlt es häufig an Methoden zum strukturierten Arbeiten, um den deutlich höheren Informationsfluss der Sek. II zu erfassen und nachzubereiten. Dies äußert sich insbesondere in mangelhaften, unvollständigen oder unsauberen Unterrichtsmitschriften, der berühmt-berüchtigten Loseblattsammlung oder einer insgesamt ungeeigneten Lernorganisation.

Was können wir Ihnen anbieten?

Über die jährlichen Informationsveranstaltungen hinaus können wir Ihnen jederzeit gerne anbieten, beispielsweise die Technik-Kurse in Ihren 9. und 10.Klassen vormittags zu besuchen, um noch mal detailliert zu erläutern, was die Schüler an Inhalten erwartet, was von ihnen gefordert wird und welche alternativen Ausbildungsangebote die Berufskollegs zu bieten haben.

Mit den Kolleginnen und Kollegen der abgebenden Schulen stehen wir gerne für einen fachlichen Austausch zur Verfügung, um vielleicht insbesondere in den Hauptfächern Mathematik, Deutsch, Englisch gemeinsam Ideen und Konzepte auszutauschen, mit denen wir den Schülern beim Übergang in die Sek. II helfen können.

Haben Sie Interesse an einem Austausch oder Fragen an uns?

Wir sind auf vielen verschiedenen Wegen zu erreichen: Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an giesker@bk-alsdorf.de. Oder hinterlassen Sie im Sekretariat Namen, Schule und Rufnummer. Wir rufen Sie so schnell wie möglich zurück.

Ansprechpartner

Uta Giesker


 Mathematik, Elektrotechnik