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Grenzenlose Freiheit – in der Luftfahrt-technischen Ausbildung

Nachdem es Norbert van Hall und Udo Imme an unserem Berufskolleg als einzigem in der Bundesrepublik gelungen ist, hier eine Ausbildung mit Fachhochschulreife und Berufsabschluss nach Landesrecht im Bereich der Maschinenbautechnik mit dem Profil Flugzeugwartung und -instandhaltung einzurichten, die vom Luftfahrt-Bundesamt als Ausbildungsbetrieb durch die Zertifizierung anerkannt ist, in der unsere Schüler alle wesentlichen technischen Grundlagen von Flugzeugen erlernen können, haben sie nun dieses Angebot um eine weitere wichtige Offerte ergänzt: Durch die Kooperation mit dem Luftsportverein Aachen können unsere angehenden Flugzeug-Mechaniker und ihre Kenntnisse in Sachen Fliegen auch durch Übungen in der Praxis erweitern, indem sie lernen, selbst Segelflugzeuge zu steuern und zu betreuen.

Über den Wolken soll die Freiheit ja grenzenlos sein – hier bieten wir unseren Schülern Chancen für einen glücklichen Start einer aussichtsreichen beruflichen Zukunft in einer Wachstumsbranche, unterfüttert mit soliden handwerklichen und technischen Fähigkeiten und die Gelegenheit, selbst die praktischen Vorzüge des Fliegens kennenzulernen und den Genuss, als Piloten Kurs und Tempo ihres Flugzeugs zu bestimmen. Natürlich können unsere Schüler dabei auch ihre praktischen Fertigkeiten einbringen, sie üben und erweitern, wenn sie die vereinseigenen Flugzeuge warten und reparieren.

Als Schulleiter hob Thomas Becker die neuen Möglichkeiten der Qualifizierung unserer Schüler hervor: „Die Vereinbarung umfasst Segel- und Motorflugzeuge. Der Bereich der Segelflugzeuge ist dabei geprägt vom möglichen Erwerb der Segelflugzeugpilotenlizenz (SPL) und dem Erwerb der Lizenz für die Wartung und Instandhaltung von Luftsportgeräten (den Segelflugzeugen).“ Damit haben sie ein weiteres Spektrum, sich später beruflich zu orientieren. Im Bereich der motorisierten Flieger ergeben sich die Schwerpunkte „Ergänzendes flugtechnisches Praktikum (im Schleppflugzeug) während der Segelflugstunden für die anwesenden Schüler“ und „Durchführung der Wartung und Instandhaltung für die beiden eingesetzten Schleppflugzeuge (gemeinsam mit den verantwortlichen Mechanikern)“.

Der für den Schulträger zuständige Dezernent Gregor Jansen zeigte sich begeistert von der Kooperation: „Jeder, der hier erfolgreich seine Ausbildung absolviert, hat später beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt und findet in der Regel sehr zeitnah eine Anstellung oder einen Studienplatz.“ Vorher schon hatten Norbert van Hall und Udo Imme Kontakte geknüpft, etwa zu Partner-Schulen und Organisationen im Ausland im Rahmen des Erasmus+-Programms. Oder hierzulande mit dem Flugplatz Aachen Merzbrück (FAM) oder Rheinland Air Service in Mönchengladbach, wo die Schüler die Möglichkeit bekommen haben, eine Cessna 421 komplett zu demontieren. Dieses Projekt bietet ihnen die Gelegenheit eine solche Maschine in ihrem „Innenleben“ genauer kennen zu lernen, sie auf „Herz und Nieren“ zu untersuchen.

Während Gregor Jansen, Hartmut Biebricher als Vorsitzender des Luftsportvereins und Thomas Becker die Verträge unterzeichneten, konnten Schüler der Unterstufe sich bereits mit einem einsitzigen Segelflugzeug beschäftigen und den Fluglehrer Arnaud Hefter über das Vereinsleben, ihre künftigen Aufgaben und Angebote interviewen. Den kleinen Flieger hatte der Verein mitgebracht und vor Ort aufgebaut. Gern nahmen sie Platz in dem engen Cockpit. Erstaunt waren die Schüler und einige Kollegen, wie schnell und leicht sich der Segler auf der Wiese montieren und anschließend wieder in dem PKW-Anhänger verstauen ließ. "Wir freuen uns auf motivierte junge Menschen, die unsere Leidenschaft für das Fliegen teilen", sagte Hartmut Biebricher. Diese Kooperation ist das klassische Beispiel einer Win-Win-Situation, von der beide Seiten profitieren: Die Schule rundet ihr Angebot ab und der Verein gewinnt neue Mitglieder.

Es war nur konsequent, nachdem die Schule mittlerweile über Strahltriebwerke und Cockpits, über allerlei Instrumente, Fahrwerke und Rumpfteile, sogar über eine komplette Cessna verfügt, dass den Schülern jetzt auch die Gelegenheit geboten wird, sich im Wortsinn über die „graue Theorie“ zu erheben und in den blauen, endlosen Himmel aufzusteigen, zunächst freilich unter Anleitung erfahrener Fluglehrer des Luftsportvereins. Diese Zusammenarbeit, die jetzt feierlich vor dem Hangar der Schule vertraglich vereinbart wurde, geht deutlich über das hinaus, was an anderen Schulen im Rahmen der üblichen, traditionellen Arbeitsgemeinschaften angeboten wird.